Lehre

Das Institut für Metallurgie entstand im Jahr 1999 aus dem Zusammenschluss der ehemals selbständigen Instituten für Theoretische Hüttenkunde, Eisenhüttenwesen und Gießereitechnik, Metallhüttenkunde und dem Institut für Werkstoffumformung und bearbeitet seitdem unter einem Dach hüttentechnische Fragestellungen vom Erzaufschluss bis hin zur Oberflächenbearbeitung. Die Werkstoffumformung wurde nach längerer Vakanz im Jahr 2000 durch den derzeitigen Leiter, Prof. Dr.-Ing. Heinz Palkowski, wiederbesetzt.

Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls für Werkstoffumformung finden sich im Bereich der Herstellung und Formgebung metallischer und hybrider Halbzeuge. Dabei bilden die Entwicklung, Prozessierung und Charakterisierung der Werkstoffe mit dem Ziel der Einstellung ihrer (erforderlichen Gebrauchs-) Eigenschaften eine wesentliche Rolle.  Weiterhin gehören werkstoff- und prozesstechnische Grundlagenuntersuchungen wie auch die Modellierung und Simulation der Werkstoffeigenschaften und der umformtechnischen Prozesse zum Portfolio des Lehrstuhls.

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Werkstoffentwicklung von Stahlwerkstoffen und hybriden Materialien. Neben Untersuchungen zum Bake-Hardening-Verhalten warmgewalzter Mehrphasenstähle findet die Entwicklung und Anwendung bainitischer Stähle besondere Berücksichtigung wie auch die umformtechnische Nutzung von ADI-Stählen. Die Auswirkung der Einlagerung von Fremdstoffen auf die Werkstoffeigenschaften in Blechwerkstoffen wird an Beispielen MMC-verstärkter Aluminiumlegierungen untersucht.

Daneben bildet die Herstellung und Verarbeitung von Sandwichwerkstoffen ein wesentliches Standbein der Forschungstätigkeit. Mit dem Ziel der Gewichtseinsparung, der Schaffung von Funktionalitäten und der Eigenschaftsoptimierung werden 3-5-lagige blechförmige Sandwichverbunde als Kombination aus metallischen Deckblechen und polymeren Kernen - oder vice versa -, die unverstärkt oder CF- bzw. GF-verstärkt sein können, entwickelt und bedarfsgerecht ausgelegt. Dies nicht nur für Anwendungen im Automotivbereich, sondern auch in Spezialentwicklungen für biomedizinische Applikationen.

Im fertigungstechnischen Bereich werden Untersuchungen zur in-Line-Einstellung geometrischer Toleranzen beim Rohrzug, hier speziell der Exzentrizitäten, durchgeführt, des Weiteren Untersuchungen zum Warm- und Kaltwalzplattieren.

Das Lehrangebot ist weit gefächert und richtet sich an die Studierenden der Metallurgie, speziell der Umformtechnik, des Maschinenbaus, der Werkstoffkunde und Werkstofftechnik, des Wirtschaftsingenieurwesens sowie an alle, die sich mit den Prozessen der umformtechnischen Formgebung auseinandersetzen wollen. Alle Aktivitäten sind geprägt durch einen engen Kontakt mit der Industrie.

Weiterbildungsmaßnahmen und Dienstleistungen im Bereich Forschung, Entwicklung und Analytik ergänzen das Angebot des Lehrstuhls. Für die Analyse stehen eine gut ausgestattete Metallographie, ein nasschemisches Labor sowie eine Mechanische Werkstoffprüfung zur Verfügung.