07.11.2014

Exkursion zur STAHL 2014 mit Besichtigung des Stahlwerks der Thyssen Krupp AG und der Firma Siempelkamp

Tag 1 – Besichtigung Thyssen Krupp Steel Europe

Noch ein wenig verschlafen ging es um Sechs Uhr morgens am Institut für Metallurgie mit zwei vollbesetzten Kleinbussen Richtung Ruhrgebiet. Es war ein mäßig schöner Tag, harztypisch eben, also perfektes Reisewetter. Nach einer verhältnismäßig ruhigen Fahrt haben wir mit leichter Verspätung das Tor 1 der Thyssen Krupp Steel Europe erreicht. Dort erwarteten uns schon Herr Prof. Schmöle, Herr Blaurock und Herr Zickler, unser Besucherführer, mit einem Film und einer kurzen Begrüßungsansprache. Anschließend ging es, ausgestattet mit Schutzbrille, Helm und einer Flasche Wasser, im „Lieblingsbus“ (Bus des VFL Duisburg) übers Werksgelände. Herr Zickler begleitete uns akustisch während der Fahrt über das Audioführungssystem mit Informationen zu den Raffinessen des ThyssenKrupp Stahlwerks.

Der erste Halt führte uns in die Schaltzentrale der Hochöfen wo alle Informationen, wie beispielsweise Prozesstemperaturen und –drücke wichtiger Prozessschnittstellen des Hochofens aufgezeichnet und ausgewertet wurden. Anschließend haben wir uns die Hochöfen direkt angesehen und mit Hilfe der Mitarbeiter das Wissen von Prof. Schmöle getestet, indem er den Silziumgehalt an einer Roheisen-Bruchprobe schätzen sollte. Vom Hochofen ging es mit dem Bus weiter ins Stahlwerk. Als erste Station stand die Entschweflungsanlage an, an der uns nicht nur der Prozess erklärt, sondern sogar live vor Augen geführt wurde. Der „Entertainment-Faktor“ stieg weiter, als die fertig entschwefelte Roheisenschmelze mitsamt einer Ladung Kühlschrott in den Konverter chargiert wurde, wo das Frischen mit Sauerstoff gewaltige Flammen freisetzte. Nach einigen weiteren Zwischenschritten, wie der Sekundärmetallurgie und des Warmwalzstraße, die wir aufgrund eines Wartungstillstandes leider nicht besichtigen konnten, trafen wir im Kaltwalzwerk wieder auf den vergossenen und warmgewalzten Stahl.

Abschließend ging es zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour, dem Besucherzentrum, wo wir noch einmal die Gelegenheit bekamen, Herrn Blaurock aus dem Recruiting in lockerer Runde zu Praktikums- und Bewerbungsmöglichkeiten zu befragen. Insbesondere Fragen zu den Auswahlmechanismen und den Anforderungen an eine Bewerbung stießen auf großes Interesse.

Tag 2 - Stahl 2014

Nach einem gemeinsamen Abend in der Düsseldorfer Altstadt ging es am nächsten Morgen zur STAHL 2014 ins Congress Center Düsseldorf. Dort angekommen wurden wir von Frau Gläser begrüßt, die uns noch ein paar Informationen und einen Gutschein fürs Mittagessen mit auf den Weg gab. Nach einer Einführungsveranstaltung konnten wir den Tag über zahlreiche Vorträge aus verschiedensten Bereichen höhren, die von technisch, universitärer Forschung bis hin zu Personalmarketing und Energiepolitik reichten. Zwischen den Vorträgen bestand immer die Möglichkeit, Austeller zu besuchen und Kontakte zu knüpfen.

Als Highlight der Veranstaltung näherte sich der Stahltreff als Abendveranstaltung, die nicht nur mit gutem Essen und musikalischer Untermalung glänzte, sondern auch von den zahlreichen Gesprächen lebte. Insbesondere der Informationsaustausch mit Clausthaler Absolventen und den Studenten der anderen Montanuniversitäten bereicherten den Abend.

Tag 3 - Besichtigung Siempelkamp

Am letzten Tag besuchten wir das Unternehmen Siempelkamp am Standort in Krefeld, an diesem Standort sind der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau und die Siempelkamp Gießerei) niedergelassen, wobei beide Geschäftsfelder unabhängig voneinander in ihrem Geschäftsfeld agieren. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung ging die Werksführung im Geschäftsbereich Gießerei los. Vorbei an dem Modell- bzw. Formbau wurden von Halle zur Halle die Gießgruben immer größer und tiefer, dementsprechend auch die Gussformen, die in einigen Gruben bereits auf die Schmelze warteten. Während wir über die Dimensionen staunten, wurden alle Arbeitsschritte erklärt und Fragen ausführlich beantwortet. Dann gelangten wir zu den Öfen und hatten Glück, da ein Schmelztiegel gerade in eine Gießpfanne entleert wurde... endlich flüssiges Eisen. In einer der letzten Hallen führte man uns zu den „Weltrekordgruben“, wo das Unternehmen schon mehrmals ihren eigenen Weltrekord gebrochen hat. Zuletzt im Jahr 2013 mit einem Abguss von 320 t Flüssigeisen, der zu einem Unterholm für eine 12.500 t Gesenkschmiedepresse erstarrte.

Nach einer kurzen Aufwärmpause mit Unternehmenspräsentation ging es in den Geschäftsbereich Maschinen- und Anlagenbau. Dort hat sich das Unternehmen vor allem auf Pressen für die Metallumformung und Pressenstraßen für Holzwerkstoffe spezialisiert. In den riesigen Produktionshallen konnten wir verfolgen, wie aus den einzelnen Halbzeugen und Werkstoffen diese riesigen Produktionsanlagen hergestellt werden. Dabei waren besonders die Größe der einzelnen Maschinen wie Drehbänke, Fräsen, etc. von unglaublicher Ausmaß. Alleine diese für sich einzeln genommen würden bei anderen Firmen ganze Hallen füllen.

Am Ende der Führung waren wir alle tief beeindruckt von den Ausmaßen und Dimensionen der Produktionsstätte und den Anlagen.

Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Snack und Zeit weitere Fragen zu erläutern oder ins Gespräch zu kommen.

Alles in allem können wir auf drei sehr lehrreiche und interessante Exkursionstage zurückblicken, an die wir uns gern erinnern werden.

Besuch bei ThyssenKrupp Steel Europe
Besuch bei Siempelkamp

Zur Zeit sind keine Exkursionen geplant.

 

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